{"id":37,"date":"2018-02-09T14:56:18","date_gmt":"2018-02-09T14:56:18","guid":{"rendered":"http:\/\/helge-polzin.de\/?p=37"},"modified":"2018-02-15T06:35:01","modified_gmt":"2018-02-15T06:35:01","slug":"vaeter-und-soehne","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/helge-polzin.de\/?p=37","title":{"rendered":"V\u00e4ter und S\u00f6hne"},"content":{"rendered":"<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-medium wp-image-47 aligncenter\" src=\"https:\/\/helge-polzin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Foto0070-225x300.jpg\" alt=\"\" width=\"225\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/helge-polzin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Foto0070-225x300.jpg 225w, https:\/\/helge-polzin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Foto0070-768x1024.jpg 768w, https:\/\/helge-polzin.de\/wp-content\/uploads\/2018\/02\/Foto0070.jpg 1536w\" sizes=\"(max-width: 225px) 100vw, 225px\" \/><\/p>\n<p>Sind andere V\u00e4ter mit ihren S\u00f6hnen auch mal drau\u00dfen in der Natur? Springen sie mit ihnen \u00fcber Felsbrocken? Teilen sie intensive Momente mit ihm?<br \/>\nDiese Fragen stellten sich mir, als ich heute mit meinem Sohn an der Ostsee \u00fcber aufgeschichtete gro\u00dfe Felsbrocken lief, die dort als K\u00fcstenschutz liegen. Mit \u201elief\u201c meine ich wirklich laufen, nicht gehen. Mein Vater tat das schon mit mir als ich klein war. Heute tue ich das mit meinem Sohn. Ich habe es damals geliebt. Mein Sohn ist heute begeistert. Mich erstaunt immer wieder, wie wenig, ja eigentlich nichts, es braucht, um meinen Sohn g\u00fccklich zu machen. Mit gl\u00fccklich meine ich ausgeglichen, freudig, erregt und zufrieden. Kein Ninjago Spielzeug schafft das. Drau\u00dfen sein, mit nichts, au\u00dfer dem was da zu finden ist, macht das jedes Mal. Dieses Erleben habe ich mit ihm am Meer, im Wald und eigentlich immer da, wo wir es Natur nennen. In Parks weniger, aber auch schon in diese Richtung.<\/p>\n<p>Mich besch\u00e4ftigen in diesem Zusammenhang die Spielzeugberge, die mein Sohn in seinem Zimmer angeh\u00e4uft hat. Fast das gesamte Spielzeug meiner Kindheit besitze ich heute noch, habe es aufgehoben f\u00fcr eigene Kinder. Es liegt, noch nicht wieder anger\u00fchrt, in der alten Mitgiftkiste meiner Oma, auf dem Dachboden. Wenn ich die Menge des Spielzeugs in der Kiste mit der meines Sohnes vergleiche, dann stelle ich fest: Er besitzt mit 6 Jahren ca. 10 Mal mehr Spielsachen, als ich in in meiner gesamten Kindheit angesammelt habe. Da frage ich mich doch: Bin ich eigentlich v\u00f6llig irre? St\u00e4ndig verlangt er nach Neuem und ich lasse mich nur zu gerne breitschlagen. Klar, ich fand es echt beeindrucken, wie er mit 5 Jahren bereits, f\u00fcr 5!!! Stunden v\u00f6llig versunken mit dem Zusammenbauen von einem riesigen Legofarzeug war, welches eine Altersngabe 8 \u2013 14 hatte. War der Weihnachtsman da wirklich weise?<\/p>\n<p>Und jedes Mal, wenn ich mit ihm am Strand bin, er nur eine Schaufel, ein Eimer und ein kleines Netz am Stiel dabei hat, erlebe ich das Gleiche: er ist \u201eweg\u201c, f\u00fcr Stunden, nur besch\u00e4ftigt mit dem, was er findet.<br \/>\nDer Unterschied? Nach einem Strandtag ist er ausgeglichen und auf eine Art gl\u00fccklich, wie Lego es nicht schafft. Nach einem Lego-Marathon erlebe ich ihn v\u00f6llig aufgekratzt und \u00fcberdreht. Nach einem Strandtag futtert er Abends Mengen, ist gl\u00fccklich m\u00fcde und schl\u00e4ft am n\u00e4chsten Tag ne Stunde l\u00e4nger um dann wieder gl\u00fccklich aufzuwachen.<\/p>\n<p>Ich sch\u00e4me mich, weil ich meinem Sohn sowas nicht viel h\u00e4ufiger \u201eg\u00f6nne\u201c. Klar, es sind immer erst mal Widerst\u00e4nde zu \u00fcberwinden, wenn ich mit ihm raus will. Aber meine Beharrlichkeit wird immer belohnt. Auch wenn er erst mal mault und nicht raus will, ist er nach 10 Minuten drau\u00dfen wie ausgewechselt und kaum noch zu bremsen in seinem Entdeckungsdrang. Und aufh\u00f6ren will er dann auch nicht mehr. Ich erinnere mich dann an meine Kindheit, als ich es war, der sich so str\u00e4ubte und mein Vater fest blieb und mich dann mitnahm, nach drau\u00dfen, an den Strand, in den Wald. Wie schnell ich alles andere vergessen hatte und wie sehr ich es dann liebte \u201edrau\u00dfen\u201c zu sein. Komischerweise wiederholte sich dieses Spiel immer wieder, obwohl ich doch jedes Mal die Erfahrung machte, wie recht mein Vater doch damit hatte, mich mitnehmen zu wollen.<\/p>\n<p>So geht es mir heute mit meinem Sohn. Der Lerneffekt liegt vermutlich nicht nur in dem Erleben in der Natur, sondern auch noch in dem, was zwischen uns beiden passiert. So kann ich mir den Sinn dieses merkw\u00fcrdigen Spieles erkl\u00e4ren.<\/p>\n<p>Was machst du mit deinem Sohn? Ich jedenfalls bin dar\u00fcber zu dem Punkt gekommen, da\u00df es mehr Verantwortung und auch Disziplin von mir braucht, den Berg der Spielzeuge nicht mehr in dem rasanten Ma\u00dfe ansteigen zu lassen, wie bisher. Vielmehr braucht es ein Angebot von mir, Alternativen zu schaffen, welche, von denen ich wei\u00df, da\u00df sie wirklich gl\u00fccklich machen. Ich bin f\u00fcr meinen Sohn verantwortlich&#8230;. und f\u00fcr mich. Was will ich wie leben? Welche Werte weitergeben und vorleben? Vatersein hat sehr viel mit Wachsen zu tun, mit dem von meinem Sohn und auch von mir. Mein Sohn wird von alleine wachsen, um meines mu\u00df ich mich verantwortlich selber k\u00fcmmern. Boah ey, das auch noch? Ja!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Sind andere V\u00e4ter mit ihren S\u00f6hnen auch mal drau\u00dfen in der Natur? Springen sie mit ihnen \u00fcber Felsbrocken? Teilen sie intensive Momente mit ihm? 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