von starken Kerlen und schwachen Männern

Wenn ich mal ganz ehrlich Nabelschau betreibe, dann muss ich zugeben, dass es immer noch Bereiche gibt, in denen ich mich als Mann schwach fühle oder schwach dastehe, wobei Schwäche grundsätzlich nicht das Problem darstellt. Als Mann schwach sein zu können, ist eine ganz wesentliche Eigenschaft, die es für uns Männer wiederzuentdecken gibt.

In unserer Entwicklung und Sozialisierung in dieser patriarchalen Gesellschaft haben wir nur zu oft gelernt, dass stark sein = Männlichkeit ist. Stärke interpretieren wir u.a. als Dominanz, Härte, Unnachgiebigkeit und gewinnen wollen, was sich dann genauso oft in Aggression und Gewalt ausdrückt.

Macht uns Männer das wirklich glücklich? Trägt es zu einem respektvollen Umgang zwischen Männern (und Frauen) bei? Ich behaupte: Nein!

Wir sind starke Kerle, mit einer großen Klappe, aber schwache Männer, denn wir orientieren uns nicht am Gemeinwohl, wir hüten nicht, wir beschützen nicht und rennen falschen Werten hinterher. Und letztendlich fliegt unser Verhalten anderen Menschen um die Ohren und in der Retourkutsche dann auch uns selber.

Wir identifizieren uns mit althergebrachten Männerbildern, die aus meiner heutigen Sicht nur sehr wenig mit Männlichkeit und Mann sein zu tun haben. Das neue Mann-Sein zu entwickeln ist DIE Aufgabe für eigentlich alle Männer der heutigen Zeit.

Stärke bedeutet für mich, schwach sein zu können und starke Werte zu haben, die auch dann noch Bestand haben, wenn ich unter Druck gerate. Sich auf diese Werte verlassen zu können, ist ein Segen für mich selber und alle Menschen, die mit mir zu tun haben.

So einfach ist das!

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