Beziehung ist ein dolles Ding

Über Liebesbeziehungen ist schon viel geschrieben worden und die Informationsmöglichkeiten sind in Form von Seminaren und Büchern sehr zahlreich. Man kann von Beziehungen halten was man will, sie sind aber sicherlich ein, oder sogar der Teil unseres Lebens, welcher uns nur zu gerne herausfordert.

Immer wieder bin ich mit Antje an Punkte gekommen, an denen wir beide dachten, da geht nix mehr, Ende, Aus, vorbei. Und in dem daraus entstandenen Konflikt, dieser Krise, sind immer wieder Chancen entstanden, die uns wieder weiter gebracht haben – next Level sozusagen. So ist unsere Beziehung seit Anbeginn. Anstrengend ja, aber auch sehr schön, denn es eröffnen sich immer wieder Spielfelder, die sich auf einmal ganz anders darstellen.

Das Feld, welches vorher eher ein Schlachtfeld war, entpuppt sich auf einmal als Möglichkeit, ganz neue Dimensionen kennen zu lernen. Wo es vorher um Streit, Rechthaben, Druck und Gegendruck ging, entsteht ein Spielfeld der Liebe und der Möglichkeiten. Perspektiven, die wir vorher nicht gesehen hatten, lassen alles in einem anderen Licht erstrahlen und das ehemalige Schlachtfeld ist nun ein Lustgarten – was für ein dolles Ding!

Beziehungen, Bedürfnisse & Wünsche

28.8.21

Bedürfnisse zu haben, sich etwas zu wünschen und dieses an unsere Partner*innen zu adressieren ist etwas zutiefst Menschliches. Denn da ist ja ein Mensch, dem wir nahe sind und mit dem wir vielleicht sogar sexuelle Exklusivität vereinbart haben, wenn wir monogam leben wollen.

Ich schätze, wir sind alle nicht in einer Familie groß geworden, in der wir erlebt haben, dass sich unsere Eltern dafür zuständig gefühlt haben, einander ihre Bedürfnisse und Wünsche zu erfüllen.

Doch das Rezept für eine glückliche Beziehung ist simpel: die gegenseitige Erfüllung von Wünschen und Bedürfnissen.

Es geht nicht darum, dem /der anderen jeden Wunsch und jedes Bedürfnis jetzt sofort erfüllen zu müssen, sondern uns zunächst einmal bewusst zu machen, welche Bedürfnisse in unseren nahen Beziehungen erfüllt werden und welche nicht, um dann im nächsten Schritt darüber in einen ehrlichen und respektvollen Austausch zu gehen.

Nur wenn du mit deinen Wünschen und Bedürfnissen voll sichtbar wirst und dich ganz zeigst, kann es zu einer Erfüllung kommen!

Wir empfehlen, mit den Dingen zu beginnen, die schon gut laufen, um einen Raum der Wertschätzung zu eröffnen, in dem es dann auch möglich ist, heikle Themen, d.h. Unerfüllte Bedürfnisse und daraus resultierende Frustration zu benennen.

Erst wenn wirklich ALLES auf dem Tisch ist, kann ein ko-kreativer Prozess beginnen, in dem beide PartnerInnen ihre schöpferischen Fähigkeiten verbinden, um gemeinsam eine Beziehung zu erschaffen, in der beide erfüllt leben und in ihre volle Größe wachsen können.

Entwicklung in Beziehungen

25.8.21

Wir alle haben unsere Beziehungsmodelle von den Menschen übernommen, mit denen wir groß geworden sind. Die Auswirkungen davon bekommen wir in unserem späteren Leben förmlich „um die Ohren“ gehauen. Wir leben, was wir gelernt haben und das führt dann auch zu den ähnlichen Ergebnissen. So stockt die Weiterentwicklung einer Liebeskultur und eine Reifung findet nicht oder kaum statt.

Hast du gelernt, wie du eine glückliche Beziehung leben kannst, in der alle Beteiligten erblühen und sich in der Entfaltung ihres Potentials unterstützen?

Vermutlich nicht, ich zumindest nicht.

Wie können wir lernen, genau so eine Beziehung zu führen und so die Entwicklung von Liebesbeziehungen weiterzubringen?

Indem wir, als einer der wesentlichen Bestandteile, diese als einen Ort betrachten, wo wir für die Erfüllung der gegenseitigen Bedürfnisse „zuständig“ sind und dabei geht es nicht um „müssen, sondern um „wollen“. Stell dir mal vor, du würdest alles von deinem Partner / deiner Partnerin bekommen, was du dir in deiner Liebesbeziehung wünschst und brauchst.

Würde dich das glücklich machen? Ich denke schon.

Wenn wir genau hin hören, dann können wir bemerken, das unser*e Partner*in uns den ganzen Tag erzählt, was er/sie braucht. Wir nehmen das nur leider nicht wirklich zur Kenntnis und handeln auch nicht danach.

Genau das macht aber den Unterschied und führt zur Entwicklung in Beziehungen: Wir geben uns gegenseitig, was wir brauchen und sind so „Wunscherfüller*in“ füreinander.

So einfach ist das… theoretisch.

Dein krassestes Ja ist dein Nein

Was hier erst mal so paradox daher kommt, ist beim genaueren Ansehen der Schlüssel, der Booster in deiner Liebesbeziehung und in deinem ganz persönlichen Leben, wenn auch du dazu neigst, es recht machen zu wollen, Konflikten lieber aus dem Weg zu gehen und du lieber schnell Ja sagst als wirklich genau in dich reinzuschauen, ob da nicht besser und ehrlicher ein Nein hingehört.

Nein sagen haben wir vermutlich alle seit unserer Kindheit abtrainiert bekommen. Unser Nein wurde nicht akzeptiert oder war nicht gewollt und so fällt es uns ironischer Weise leichter Ja zu sagen, wo wir doch eigentlich ein Nein fühlen.

Dadurch schaden wir uns leider selbst und auch unserer Liebesbeziehung, denn worauf soll sich mein*e Partner*in verlassen können, wenn falsche Botschaften kommen?

Mit unserem Nein riskieren wir was, klar, wir können abgelehnt, bekämpft, herausgefordert, weggestoßen, abserviert werden. Aber wenn wir das nicht riskieren, werden wir vermutlich nicht das erleben, was wir uns in unserer Liebesbeziehung und auch in unserem Leben zu erleben wünschen.

Unser Nein öffnet die Tür zum Dialog, macht uns sichtbar und so ist eine erfüllende Beziehung erst wirklich möglich.

Dein ehrliches Nein gibt Gelegenheit zur Diskussion, macht kreativ in dem Finden eines Konsens, denn dein Nein bedeutet auf der anderen Seite ein krasses Ja zu dir, deinen Wünschen und Bedürfnissen.

Probiere es aus: wo hast du Ja gesagt, als du eigentlich Nein meintest? Offenbare dich damit in deiner Liebesbeziehung und schau was passiert. Auch wenn es heiß wird: bleibe bei dir und deinem Nein, so kann es dann richtig gut weiter gehen.

Liebeskultur „next level“

Ichh gehe mal davon aus, dass sich alle, die in einer Liebesbeziehung sind, auch einen förderlichen Umgang miteinander wünschen und dass sich beide zusammen weiter entwickeln wollen. Um eine „Liebeskultur next level“ zu leben, braucht es ein paar Zutaten, die wir zwar alle kennen, es aber nicht gelernt haben, diese auch konsequent zu leben.

Im Grunde wissen wir alle, was dazu gehört, aber trauen wir uns das auch zu leben? Vermutlich wenig bis gar nicht.

Zu viel Angst haben wir,

uns ganz zu zeigen,

alles auf den Tisch zu bringen,

nichts, wirklich nichts zurückzuhalten,

100% ehrlich zu sein und

im Gegenzug auch wirklich alles empfangen zu wollen, was unser*e Partner*in zu geben hat.

Das Fatale ist, wenn wir nicht alles geben in einer Liebesbeziehung, dann beziehen wir uns auf eine Fiktion oder Projektion und so kann der Garten der Liebe niemals zur vollen Blüte gelangen.

Wir blockieren uns selbst und auch die Beziehung, solange wir unsere unausgesprochenen Wünsche und Bedürfnisse auf Partner*innen projizieren und gleichzeitig in der Fiktion weiterleben, dass sich diese doch automatisch erfüllen werden.

Ein Blick in mein eigenes Leben zeigt mir: das ist noch nie passiert! Erst wenn ich bereit bin, mich ganz zu zeigen – auch auf die Gefahr hin, dafür erst mal abgelehnt zu werden und/oder dass es dann „heiß her geht“, werde ich der Liebeskultur next level die Tür öffnen.

Biofeedback

Moin Moin.

Mal ganz salopp gesagt, sind wir alle irgendwie auch ziemlich blind. Das blöde daran ist, dass wir das nicht sehen können, weil wir ja blind sind. Wir verrennen uns in unseren Gehirnwindungen, der Irrgarten unseres Egos funktioniert super und wir landen wieder dort, wo wir dachten, schon weg zu sein.

Das Leben ist da echt „grausam“ und liefert uns immer wieder die gleiche Aufgabe – bis wir sie verstanden haben und so lösen können.

Biofeedback kann sehr hilfreich sein, wenn wir denn bereit sind zu hören. Die Menschen um uns herum – allen voran unsere Liebespartner*in – können uns meistens sehr präzise sagen, wo es bei uns klemmt.

Wenn du bereit bist, deine Ohren zu spitzen, auf Empfang zu gehen, dem Biofeedback deines Gegenübers zu lauschen und der Gegenwehr deines Egos keinen Raum gibst, kannst du vielleicht etwas hören und verstehen, was dich enorm weiter bringt.

kompatible vs. chemische Beziehungen

Newsletter vom 12.6.2021

Moin Moin!

Meiner Erfahrung nach gibt es tendenziell zwei Arten von Beziehungen: kompatible oder chemische.

Kompatibel bedeutet insoweit gleich und zusammenpassend, dass es viele gleiche Betrachtungsweisen gibt. Dinge werden gleich gehandhabt, Neigungen, Vorstellungen und Fetische sind auch gleich. In so einer Beziehung gibt es wenig Streit, z.B. über den Umgang mit Zahnpastatuben…. Langweilig werden sie dann, wenn es sonst kein weiteres großes Entwicklungspotenzial gibt.

Beziehungen mit einer hohen, nicht erklärlichen Anziehung, die oft auch mit einer starken sexuellen Spannung einhergehen, kann man als chemisch bezeichnen. Beide haben das Gefühl, Seelenpartner*innen zu sein, man verschmilzt förmlich, zumindest in der Verliebtheitsphase, die Unterschiede werden dann auch nicht wahrgenommen und übersehen wird, dass dort der Mensch steht mit der Blankovollmacht, uns unsere Knöpfe zu drücken.

Ich vermute, die meisten Beziehungen sind tendenziell mehr chemisch als kompatibel.

Folgendes kann dann passieren:

  • Es wird viel gestritten, gerne auch täglich, wenig reflektiert, viel projiziert und die Schuld immer beim Anderen/der Anderen gesucht. Verbindlichkeit und Vertrauen sind keine große Sache, oft sind auch Seitensprünge mit dabei.
  • Oder beide gehen, oft erst nach Jahren des Streits, jedem weiteren Konflikt aus dem Weg, man arrangiert sich, übersieht einfach das, was einen stört, kurz: die Beziehung schläft ein und versinkt in dem belanglosen Nebeneinanderherleben.
  • Oder es wird sich getrennt und mit dem nächsten Partner, der nächsten Partnerin geht das Spiel von vorne los.
  • Oder beide gehen den Weg des Erwachens, sehen sich als „Arschengel“, die perfekt geeignet sind, damit wir uns das anschauen, wegen dessen Heilung wir hier angetreten sind. Es gibt ein starkes Commitment, gemeinsame Werte werden verbindlich gelebt, auf dem das Vertrauen basiert und die chemische Anziehung findet ihren erfüllenden Ausdruck in einer zutiefst beglückenden Sexualität.
  • Beide erkennen, dass das gemeinsame Lernfeld abgeschlossen ist und die Lebenslinien laufen einvernehmlich und respektvoll auseinander.

Wo findest du dich wieder? Was würdest du wählen?

von Misthaufen und Herdplatten

Newsletter vom 22.5.2021

Moin Moin,

bei dem Titel handelt es sich nicht um Garten- oder Küchenthemen, soviel mal gleich vorweg. Vielleicht ahnst du es auch schon, es geht um deine Misthaufen und deine heißen Herdplatten. Gemeint sind damit die Themen, mit denen wir uns nicht beschäftigen wollen, obwohl sie da sind, uns vielleicht sogar stark in Anspruch nehmen und manchmal sogar überpräsent sind.

Jedes Thema, dem wir in unseren Beziehungen ausweichen, wird zum Misthaufen und jedes Thema, vor dem wir Angst haben, wird eine heiße Herdplatte.

Das blöde daran: je länger wir warten, umso mehr verselbständigen sich diese Themen und nehmen in unseren Gedanken überproportional viel Platz ein. In unseren Gedanken fängt der Misthaufen immer mehr an zu stinken und die Angst vor der heißen Herdplatte wächst beständig.

Es ist so enorm wichtig in Beziehungen – und ganz besonders in unserer Liebesbeziehung – sich regelmäßig Zeit zu nehmen, die Dinge auf den Tisch zu packen, die uns bezüglich dieser Beziehung beschäftigen. Und es braucht Mut, auch das auszusprechen, vor dem wir Angst haben, wo wir Ablehnung befürchten oder sogar Streit.

Es hilft aber nichts, etwas zurück zu halten, denn sonst werden Misthaufen und heiße Herdplatten daraus. Es wird dann immer schwieriger, diese Themen auf den Tisch zu packen und es wächst die Gefahr, dann „endlich“ mal damit heraus zu platzen, zu einem völlig falschen Zeitpunkt und mit einer Energie von Wut und Zorn. Das geht dann oft nach hinten los, verständlicher Weise.

Also: nimmst du / nehmt ihr euch regelmäßig Zeit, um miteinander über die Themen zu sprechen, die Misthaufen und heiße Herdplatten werden könnten?

Die Komfortzone mach dich blöde

Newsletter vom 15.5.2021

Moin Moin,

schon mal darüber nachgedacht, was du so den ganzen Tag lang, jede Woche, jeden Monat, jedes Jahr, tust? Wie viel davon machst du unbewusst, routiniert und „wie im Schlaf“, einfach weil du es „schon immer“ so gemacht hast?

Ich weiß, sich dort auf zu halten, wo man es sich bequem gemacht hat, ist echt angenehm, aber bringt es dich weiter?

Komfortzonen sind schön, fordern aber weder uns, noch unseren Geist heraus. Bequemes verblöden auf niedrigem Niveau sozusagen.

Worauf ich hinaus will ist Folgendes: Wenn wir uns immer in unserer Komfortzone aufhalten, werden wir niemals erfahren, wozu wir in der Lage sind und werden ebenso wenig erfahren, was hinter der scheinbaren Grenze unserer Komfortzone liegt.

Hierbei geht es nicht darum, Dinge zu tun, wo wir eine klare, an unseren Werten gemessene Grenze haben. Es geht um ein spannendes und aufregendes Leben, nicht mehr und nicht weniger.

Wenn du „wild und gefährlich“ lebst, dann holst du dir vielleicht auch ein paar Schrammen, oder machst mal eine Bauchlandung, du kannst dir aber sicher sein: am Ende des Tages wird es dir viel viel besser gehen, als wenn du zurückblickst und dir sagen musst, dass dieser Tag genau so war, wie der davor und der davor…

Wo hast du dich eingelullt in deiner Komfortzone und ist es vielleicht an der Zeit, diese zu verlassen?

Der schnelle Kick verkauft sich gut …

8.5.2021

Lieber Mensch,

stöberst du auch manchmal im Internet nach Workshops, Infos und Kursen, die dich interessieren oder bekommst beim Stöbern Anzeigen zu deinen Themen eingeblendet?

Eines, was mir immer wieder auffällt ist, dass sehr viele Anbieter, gerade die, die auf der Online-Welle reiten, davon reden, dass es „schnell“ geht, Erfolge „sofort“ zu sehen sind und alles „mit Leichtigkeit“ erreicht werden kann,. ohne Mühe sozusagen.

Spiegelt dein Leben das wieder?

Meines nicht und ich kenne auch niemanden bei dem/der das so ist.

Es werden dann im Internet gerne die als Fallbeispiele präsentiert, bei denen es funktioniert hat und die die Richtigkeit der erfolgsversprechenden Aussage untermauern sollen.

Spielen wir jede Woche Lotto und glauben dann fest daran, dass wir den Hauptgewinn bekommen, nur weil es (fast) jede Woche Gewinner gibt? Das erscheint absurd, angesichts der 7,3 Mio. Menschen, die wöchentlich spielen und mit einer Wahrscheinlichkeit von 0,00000072 % den Hauptgewinn bekommen.

Leben braucht Widerstand, dass haben die meisten (Glücklichen) von uns schon bei der Geburt erleben können. Am Widerstand wachsen wir, durch ihn werden wir stark, er lässt uns reifen und lernen, er macht uns „erwachsen“ und durch ihn werden wir die Persönlichkeiten, die wir sein können.

Die Jagd nach dem schnellen Kick ist zwar verständlich, besonders in unserer schnellen Zeit, aber er funktioniert leider (fast) nicht.

Leben will entwickelt werden, will sich entwickeln, will wachsen und dafür brauchen wir ein Ziel, Disziplin und Kontinuität. Das geht kaum mit einem Kick, oder „mal eben schnell“.

Leben will gelebt werden und dem sollten wir uns hingeben, denn das Gras wächst nicht schneller, wenn man daran zieht.